WIE ICH ZUM ENTRÜMPELN KAM

eine Geschichte

VORWORT

Ich habe hier meine Geschichte aufgeschrieben, wie ich zum Entrümpeln kam und was es im Lauf der Jahre verändert hat. Es ist eine wahre Geschichte, die Mut machen und inspirieren kann.

EIN JAHR IN NEUSEELAND

Im Januar 2007 flogen eine Freundin und ich für ein Jahr zum Studium nach Neuseeland. Eine der eindrücklichsten Erfahrungen dieser Zeit war es, mit wie wenig man im Grunde genommen auskommen kann.

Ein ganzes Jahr am anderen Ende der Welt - und ich darf nur ein Koffer mitnehmen? Wie soll denn das gehen? Das fragte ich mich während der Vorbereitungen und stopfte alles, was nur irgendwie passte, in diesen einen Koffer hinein. Zum Glück war die Fluggesellschaft sehr kulant - er wog fast 30 kg! Und geschummelt hatte ich auch, hatte ich doch ein Paket mit schweren Gegenständen und sperriger Winterkleidung gepackt und meiner Mutter übergeben mit dem Auftrag, es mir zu schicken, sobald ich eine feste Adresse hatte.

Es war also ein bisschen mehr als nur ein Koffer. Und im Lauf des Jahres kam auch noch eingies dazu - Kleidung und Bücher und Souvenirs. Ich habe sehr viel mehr zurückgeschickt, als ich mitgenommen hatte. (Excess baggage - Segen oder Fluch?)

Und dennoch: So sehr viel hatte ich in diesem einen Jahr nicht. Jedenfalls nicht im Vergleich zu dem, was ich immer geglaubt hatte, absolut und dringend zu brauchen. Vermisst habe ich auch nichts, im Gegenteil: Einige der mitgebrachten Kleidungsstücke habe ich nur getragen, weil ich sie nun einmal mitgeschleppt hatte und sie im Schrank hingen. Nötig waren sie nicht.

Ich habe dieses eine Jahr sehr positiv in Erinnerung. Alles war sehr leicht, selbst Hindernisse ließen sich ohne herkulische Anstrengungen überwinden. Meine Freundin und ich waren beide ganz erstaunt darüber, wie viel Energie wir doch hatten. "Zu Hause hätte ich niemals so viele Dinge an einem Tag gemacht, das wäre mir viel zu anstrengend gewesen!"

Ja, und auch die Rückkehr ist mir sehr, sehr lebhaft im Gedächtnis. Nicht nur, dass wir aus dem Sommer in den Winter flogen. Deutschland schien mir eng und gedrängt und als ich dann mein Zimmer im Haus meiner Eltern betrat, hatte ich das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Zu viel! Zu viele Sachen, überall Zeug, die Wände voller Möbel, Stapel auf dem Boden, Kisten und Kartons und Hilfe!

Wirklich bewusst war mir damals nicht, dass die Menge an Besitz, der sich in meinem Zimmer stapelte, das Gefühl von Beklemmung und Atemnot ausgelöst hatte. Und in den folgenden Tagen und Wochen mein Energielevel langsam aber stetig wieder sinken ließ. Da waren nur ein vages Gefühl von "zu viel, zu voll" und der Gedanke, dass es in Neuseeland viel schöner gewesen war.

Immerhin, ich war nicht allein mit dieser Erfahrung: Meiner Freundin, zurück in ihrem Elternhaus, erging es ganz genauso. Was sie dazu motivierte, sich endlich doch mal Karen Kingstons Buch Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags vom Regal der Mutter zu nehmen und zu lesen.

"Ein tolles Buch", schrieb sie mir damals in einer E-Mail. "Ich bin nur bis Seite 42 gekommen, dann musste ich es weglegen und mit entrümpeln anfangen!"

Okay, dachte ich mir. Wenn meine Freundin, die selbsternannte Procrastinator of the World, aktiv wird, dann muss ich das Buch auch lesen! Zum Glück hatte die Stadtbibliothek es und es war auch gerade nicht verliehen.

Ich bin bis Seite 19 gekommen.

 

Dann habe ich das Buch beiseite gelegt, die Türen zu meinem vollgestopften Kleiderschrank aufgerissen und angefangen zu entrümpeln.

FENG SHUI GEGEN DAS GERÜMPEL DES ALLTAGS

Interessanterweise war mir das Buch nicht ganz unbekannt. Schon fünf, sechs Jahre zuvor, während meiner Ausbildung zur Buchhändlerin, war es mir über den Weg gelaufen. Es war damals einer unserer absoluten Bestseller. Ich hatte es trotzdem nie gelesen. Zum einen, weil ich Hypes gegenüber automatisch skeptisch eingestellt bin und zum anderen, weil ich mit Feng Shui so gar nichts anfangen konnte.

Ich kann mit Feng Shui heute immer noch nichts anfangen, aber das Buch empfehle ich uneingeschränkt jedem, der sich fürs Entrümpeln interessiert. Wunderbar geschrieben und Karens Energie ist einfach so positiv, so leicht und motivierend, dass ich das Buch manchmal einfach so lese.

Damals, im März 2008, war es eine Offenbarung. Staunend las ich Geschichten von Menschen, die aufgeräumt und entrümpelt hatten, und deren ganzes Leben sich geändert hatte. Das sollte möglich sein? Konnte ich mir nicht so ganz vorstellen. Aber andererseits, meine Motivation damals war ja auch nicht, mein Leben zu verändern, sondern eher, meinen Besitz zu vermindern.

Und das tat ich. Ich weiß nicht mehr, wie viele Säcke Kleidungsstücke ich zu diversen Wohltätigkeitsläden geschleppt habe. Alte Spielsachen und Kuscheltiere wurden an Kinderhilfsorganisationen gespendet.  Nippes und Krimskram landete ebenfalls in Kartons, die Wohltätigkeitsläden gespendet wurden. Willig befolgte ich Karen Kingstons Anleitungen und in echt homöopathischer Manier wurde erst mal alles schlimmer. Mir wurde mehr und mehr bewusst, wie viel Zeug ich doch hatte. Und wie viel Platz es wegnahm. Dabei hatte ich doch schon so viel entrümpelt!

Und mehr noch. Mir wurde bewusst, wie sehr dieser Besitz ein Panzer um mich herum gewesen war. Ein Bollwerk. Je mehr ich hatte, desto sicherer und geschützer war ich. Nachdem ich nun angefangen hatte, auszumisten und mit einem mal doch weniger da war, fühlte ich mich oft ungeschützt, verwundbar. Nicht immer schön. Aber in dem so geschaffenen Raum war nun Platz für die Entwicklung neuer Dinge. Ich traute mich schließlich, einen Termin bei einer Therapeutin zu machen, die Lebensberatung für Frauen anbot. 14 Monate lang war ich Teil einer Frauengruppe und habe quasi emotional und psychisch ausgemistet und entrümpelt.

Der einizige Grund, warum ich nicht sage, dass diese Frau mir das Leben gerettet hat ist, dass sie für so eine Aussage von ihrer Wolke herunterkommen und mich treten würde. Schließlich war ich diejenige, die den ersten Termin ausgemacht und die ganze Arbeit geleistet hatte! (Trotzdem: Danke, Ellen.)

Ja, und all das führte ich auch schon damals auf Karen Kingstons Buch und das Entrümpeln zurück. Sie hat absolut recht gehabt, dass Entrümpeln das Leben verändern kann! Nur in einer Sache war ich mit ihr uneins: Bücher. Für sie sind Bücher Gebrauchsgegenstände, die ebenfalls entrüpmelt werden können. Für mich, als Buchhändlerin und Magistra in Literaturwissenschaft: undenkbar! Finger weg von meinen Büchern!

Das blieb in der Tat lange Jahre so. Alles andere fiel mir zunehmend leichter zu entrümpeln. Bücher blieben heilig.

Bis ich eines Tages dannn doch, aus Neugierde, mein Zimmer aufmalte und das Bagua Raster darüber legte. Dabei fielen mir einige sehr interessante Dinge auf. Zum einen: Die meisten meiner Bücher standen auf dem Treppenabsatz vor meinem Zimmer, da die Regale nicht mehr ins Zimmer passten. Zum anderen: Dieser Treppenabsatz füllte das Bagua unten rechts - die Freunde.

Das war es. Meine Bücher waren meine Freunde. Und mehr noch! Meine Verteidigung! Rein physisch - wer in mein Zimmer wollte, musste an meinen Büchern vorbei - und auch emotional - wenn es mir schlecht ging, wenn mich die Jobsuche nach dem Studium mit ihrer scheinbaren Aussichtslosigkeit frustrierte und deprimierte: meine Freunde waren da, lenkten mich ab, halfen mir über die schwere Zeit. Sie machten die Situation leichter zu ertragen. Wie echte Freunde eben.

Aber bald wurde mir auch bewusst, dass nicht alle meine Bücherfreunde "echte" Freunde waren. Viele Bücher kannte ich gar nicht - ich hatte sie nie gelesen. Viele Bücher hatte ich nur noch, weil ich sie eben gekauft hatte, dabei machte mich ihr Inhalt, die Geschichte, die sie erzählten, wütend oder traurig. Es war eine wenig so, als hätte mir jemand die Augen geöffnet für das, waren Karen meinte, als sie sagte, Bücher sind Gebrauchsgegenstände. Und ich verstand, dass man aus Bücher herauswachsen kann wie aus Kleidern.

Ja, ich habe angefangen, meine Bücher auszusortieren. Von den knapp 1.000 nach Ende des Studiums waren es "nur" noch knapp 500, als ich auszog.

Inzwischen sind es noch weitaus weniger. Und der Bestand schrumpft weiter. Warum? Weil ich aus ihnen herausgewachsen bin. Und sich mein Verständnis davon, was "Gerümpel" ist, immer weiter verändert.

MAGIC CLEANING

Gut zehn Jahre nach meiner Entdeckung von Karen Kingston und Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags, hat eine Kollegin mir begeistert von Marie Kondo und ihrem Buch Magic Cleaning berichtet. Und es mir dann direkt ausgeliehen, denn das musste ich unbedingt auch lesen!

Zuerst war ich wieder skeptisch. Einerseits, weil ich deutsche Bücher mit englischen Titel einfach unsinnig finde. Andererseits: nach so vielen Jahren mit Karen, was konnte Marie mir noch sagen?

Oh, so, so vieles! Ein weiteres Buch, das ich jedem Interessierten uneingeschränkt empfehlen würde und eine wundervolle neue Perspektive. Welche westliche Autorin käme auf die Idee, über die Seele der Socken zu schreiben? Marie Kondo tut es und das auf ganz selbstverständliche Art und Weise. Mir gefällt diese für mich eher ungewohnte Sicht auf die Dinge. Und auch Maries Methode. Sie mag im ersten Moment radikal klingen. Wenn man aber darüber nachdenkt - und mehr noch, einfach mal ausprobiert - stellt man schnell fest, dass sie entweder so radikal nicht ist oder dass einem das Radikale liegt.

Also, zumindest ging es mir so.

Was mir am besten gefiel? Marie Kondos Herangehnsweise ist eine holistische. Sie sieht nicht nur den physischen Teil, sondern den emotionalen und wenn man will auch den spirituellen Teil.

Nach der ersten Lektüre des Buches wollte ich die Methode dann auch gleich ausprobieren. Schritt eins, nämlich meine Motivation herausfinden, war damit auch schon getan. Ich wollte ausprobieren und experimentieren und sehen, wie sich die Theorie in der Praxis macht.

Und scheiterte gleich vor dem ersten Anfang. Irgendwie gelang es mir nicht, mich aufzuraffen, den Kleiderschrank zu öffnen und anzufangen. Allein bei dem Gedanken, alle meine Klamotten aus dem Schrank und den Schubladen zu holen und sie auf dem Bett zu einem Berg aufzutürmen, fühlte ich mich schlapp und kraftlos. Höchstens noch in der Lage, ermattet aufs Sofa zu sinken.

Nein, also, das war meine Methode nicht!

Aber so ganz ließ es mir doch keine Ruhe. Ich wollte die KonMari-Methode unbedingt ausprobieren. So schloss ich schließlich einen Kompromiss mit mir: alles einzeln in die Hand nehmen, ja; alles vorher auf einen Haufen werfen, nein. Denn es war der Gedanke, diesen riesigen Haufen dann auch in einem Zug wieder aufräumen zu müssen, der mich jedes Mal schachmatt gesetzt hatte. Aber die Vorstellung, einfach nur so lange zu machen, wie die Kraft reichte: prompt stand ich vor dem Schrank und fing an, nahm also jedes Teil einzeln aus den Schrank, hielt es in der Hand und spürte in mich hinein.

Zu meinem Erstaunen kam die Antwort in der Regel unmittelbar. Ja oder nein. Nur ganz selten spürte ich nichts oder ein zaghaftes "... vielleicht?" (Wobei alles, was kein enthusiastisches Ja ist, im Grunde ein Nein darstellt.) Das habe ich mir dann aber auch erlaubt und das betreffende Kleidungsstück erst mal auf einen "vielleicht" Stapel gelegt.

Übrigens habe ich beim dritten Kleidungsstück die Augen zugemacht, da sonst mein Verstand die ganze Sache zum Stocken und dann zum Stillstand gebracht hätte.

Das Ergebnis: faszinierend. Obwohl ich doch schon seit Jahren und immer mal wieder auch meinen Kleiderschrank entrümpelt hatte, landete trotzdem gut die Hälfte meiner Klamotten auf dem "Nein" Stapel. Mein Verstand regte sich fürchterlich auf und schrie mir Dinge zu wie: "Das kannst du nicht aussortieren! Das ist doch nocht gut! Kaum getragen! Du hast es erst seit einem Jahr! Und das! Nein, das brauchst du doch! Bestimmt!"

Es war wirklich gar nicht so einfach, das Geschrei zu ignorieren. Aber ich war ja im Experimentiermodus und wollte wissen, wie es ist, wenn man sich genau an die Methoden hält. Also wurden die Sachen des "Nein" Stapels aussortiert. Erst mal in eine große Ikeatasche. Wo ich die einzelnen Teile nicht mehr sehen konnte. Den Verstand stellte ich ruhig mit: "Noch sind sie ja nicht weg. Wenn wir etwas dringend vermissen, holen wir es wieder raus."

Spoiler: Ich habe bis heute nichts davon vermisst.

Den "... vielleicht?" Stapel bin ich ein zweites Mal durchgegangen und da ich ja jetzt schon ein bisschen mehr Übrung hatte und besser erkennen konnte, was ein "ja" ist und was ein "nein", wanderte auch noch mal die Hälfte in die Tasche. Der Rest dann doch wieder in den Schrank. Allerdings nicht zusammen mit den Sachen des "Ja" Stapels. Mein Kleiderschrank besteht aus zwei Teilen mit Schwebetüren. Ich kann also immer nur eine aufmachen. Im linken Teil sind die langen Sachen, Kleider und lange Röcke, dann die Sachen, die für besondere Anlässe sind sowie die Jacken, die ich gerade nicht brauche. Dahinter kamen die "... vielleicht?" Sachen. Auf die rechte Seite kam alles, was ein deutliches "Ja" ausgelöst hatte.

Okay, nicht so ganz. Ich hatte nur Kraft gehabt für alles, was auf der Kleiderstange hing und zwei der drei Fächer. Danach waren meine Hände taub und ich befand mich in einem Zustand totaler Reizüberflutung. Logisch, im Nachhinein. Wenn man dutzende Kleidungsstücke einzeln in die Hand nimmt, bekommt man auch dutzende verschiedener Energien ab. Und wenn man sensibel für sowas ist ... dann ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem man einfach nicht mehr kann. Das letze Fach ging einfach nicht mehr. Gut, dachte ich mir, es bleibt für's nächste Mal. Erst mal aber war ich fertig.

Nachdem ich dann alles verstaut und mich eine Runde ausgeruht hatte, ging ich zum Schrank zurück, um das Ergebnis noch einmal zu begutachten. Und war froh, dass es bis zum Bett nur ein Schritt ist, denn ich musste mich setzen. Beim Öffnen der Schranktür schallte mir gefühlt ein derart lautes "JA!" entgegen, dass mir die Luft wegblieb. Ich konnte nur dasitzen und in meinen Schrank gucken. Und versuchen, zu verstehen, was da passiert war. Die Sachen waren doch alle vorher auch dagewesen. Aber nie zuvor hatte mich der Anblick mit so viel Freude und Leichtigkeit erfüllt.

Es dauerte eine Weile, bis es mir aufging: Ich hatte zu (fast) allem, was da im Schrank hing, Ja gesagt. Denn jedes dieser Teile hatte den Glücksgefühl-Test bestanden. Ich schaute also jetzt auf die physische Form von Glück und Bestätigung.

Und wer das einmal erlebt hat, der schaut so schnell nicht mehr zurück.

Mit fiel es übrigens auch sehr leicht, die große Tasche mit den Kleidern zur Kleiderstube zu bringen. Als der Verstand dann doch aufschrie, konnte ich die Erinnerung an das Glücksgefühl, das laute JA, dagegenhalten. Und stellte mir und meinem Verstand die Frage: Ist es das denn wirklich wert? Die Freude und Leichtigkeit wieder zu verlieren, indem ich die "Nein" Sachen zurückhänge?

Nein, das war es nicht. Das hat sogar der Verstand eingesehen.

Ach ja, und die andere, sehr überraschende abs absolut positive Konsequenz der Aktion? Ich habe gefühlt mehr zum Anziehen! Es ist weniger da, aber alles, was da ist, trage ich absolut gerne. Das reduziert den Kleiderfrust ganz enorm, ich zwinge mich nicht länger dazu, Dinge zu tragen, nur weil sie eben da sind und habe nie mehr das Problem "Ich hab nichts anzuziehen!" Weil alles, was da ist, glücklich macht. Und selbst für Anlässe, zu denen der Verstand mir weißmachen will, ich hätte nichts, findet sich immer etwas. Und zwar nicht irgendetwas. Sondern absolut schicke Kombinationen, auf die ich sonst wohl nie gestoßen wäre.

Nach dem Erlebnis war ich überzeugt. Die KonMari-Methode - auf meine individuellen Bedürfnisse angepasst - funktioniert spitzenmäßig. Nächster Schritt: vom Experiment in die Praxis.

BESITZ UND IDENTITÄT

[Dieser Abschnitt ist ein work in progress"]


oder: Bücher, Bücher, Bücher. Wie mir bei "Schritt 1: Mach dir klar, warum du entrümpeln willst" bewusst wurde, wie sehr Bücher meine Identität definiert haben und dass es von daher nur verständlich ist, warum mir beim Gedanken daran, Bücher zu entrümpeln, ganz anders wurde. Warum der Gedanke an leere Bücherregale Atemprobleme und fast schon Beklemmungn auslöste. Denn Bücher zu entrümpeln bedeutet(e) für mich auch, Identität zu entrümpeln.

Identität aufzulösen sogar. Kein Wunder, dass meine Kehle eng wurde und mein Herz raste. Wenn ich meine Identität auflöse, wer bin ich dann?

Inzwischen bin ich so weit, dass ich bis ins tiefste Innere weiß, dass ich nicht meine Bücher bin. Nicht das, was man von außen sieht. Dass ich im Innern sehr viel größer bin.

Und dass das, was ich bin, nichts, rein gar nichts, mit Identität zu tun hat.

Wie gesagt: Es ist ein work in progress. :-)

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