The Purge, Woche 4

Es war eine kurze Woche, zumindest was das Entrümpeln angeht. Ich hatte nur Montag, Dienstag und Mittwoch - naja, "nur" -, denn Donnerstagmorgen bin ich für ein verlängertes Wochenende zu einer Freundin gefahren. Dafür, dass die aktive "Entrümpelungs-Woche" so kurz war, ist aber doch einiges passiert.


Montagmorgen habe ich erst mal den Inhalt des Bettkastens meines Ausziehsofas komplett fotogarfiert und bei ebay eingestellt. Mal ehrlich, wenn man über den Kram immer nur dann stolpert, wenn die Studienfreundin ein Mal im Jahr zu Besuch kommt und man das Sofa auszieht, dann kann der Kram auch weg. Ich hatte das auch schon länger vor zu tun und dann doch immer wieder vergessen. Aus den Augen, aus dem Sinn, in gewisser Weise - wenn ich das Sofa am Ende des Besuchs wieder eingeklappt habe.


Okay, natürlich nicht. Irgendwo im Hinterkopf spukte es die ganze Zeit herum - "Du wolltest das doch noch machen!" - aber wenn man die Dinge nicht sieht, kann man sich gut einbilden, man hätte sie vergessen. ;-)


Wie dem auch sei. Eine Tagesdecke und zwei Zierkissen sind jetzt bei ebay verfügbar. Go me!


Am Nachmittag biss mich der nächste Bücherentrümpelungsfloh. Vermutlich angespornt durch den wundervollen Karton, den ich am Tag zuvor im Keller entdeckt hatte und in dem es sich prima Bücher versenden ließ. Als dann am Montag der Floh wieder biss - "Das muss jetzt alles weg, jetzt, jetzt, jetzt, nicht später!"- hatte ich direkt eine Kiste zur Verfügung und machte mich an die nächste momox-Verkaufsaktion.


Wieder ein ganzer Packen Bücher weg!


Dann war da aber noch Platz in dem Paket. Nanu? Hm, was nun? Mehr Bücher ...?


Hey, Moment, nimmt momox nicht auch CDs?


Tun sie. Und so wanderte der erste Stapel CDs mit in die Verkaufsbox. Passt: CDs und DVDs sind laut Reihenfolge als nächstes dran. ;-)


Am Dienstag habe ich das Paket dann zur Post gebracht. Es war fast 8 kg schwer! Und tschüss.


Dann habe ich noch einen Brief versendet, was deshalb erwähnenswert ist, weil es sich dabei um lästigen "Papierkram" handelte. (Versicherungen. Ugh.) Das habe ich nun auch erledigt. Und es ist immer wieder faszinierend, um wie vieles leichter man sich fühlt, wenn so etwas Blödes erledigt ist.


Ja, und das war auch schon die Entrümpelungs-Woche. Zumindest der aktive Teil. Denn wie gesagt, am Donnerstag bin ich zu einer guten Freundin gefahren, um sie zu besuchen.


Es war ein rundum schöner Besuch und wir sind wieder viel gewandert. Aber auch unter dem Aspekt des Entrümpelns und meines Projektes war es ein höchst produktiver Besuch, denn ihr Mann ist Minimalist und liebt die alles-weiß-Ästhetik. Es war faszinierend, in dieses Wohnzimmer zu treten: Ein großer, heller Raum, bestimmt 20 qm wenn nicht mehr. Darin stehen: ein Sofa mit einem kleinen Beistelltisch auf Rollen, ein Esstisch mit vier Stühlen, drei etwa hüfthohe, schmale Bücherregale, ein schmales, flaches Schränkchen mit zwei Schubladen und eine Metallkiste. Die Wände: weiß und leer bis auf zwei kleine Bilder. Das war's.


Ja, das geht. Anscheinend kann man tatsächlich so wenig besitzen, dass man auf hohe Bücherregale und volle Essgeschirrschränke im Wohnzimmer verzichten kann.


Sicher, unter dem Aspekt "gemütlich" betrachtet war das Wohnzimmer ein wenig karg. Trotz des Helligkeit des Raumes und des großen, L-förmigen Sofas. Auf der anderen Seite bietet dieser Raum mit seiner Leere etwas, das ich selten so bewusst wahrgenommen habe: Stille. Durch die leeren, weißen Wände, die überwiegend weißen Möbel und die großen Fenster (ohne Vorhänge!) hatte das Auge nicht so viel zu gucken, das Gehirn nicht so viele Informationen zu verarbeiten. Das war schon toll.


Was mir natürlich besonders nach meiner Rückkehr auffiel, als ich in mein Wohnzimmer kam, das doch immer noch voll und auch bunt ist. Nein, ein so weißes, karges Wohnzimmer würde ich nicht wollen. Aber der Unterschied war interessant und auch zu beobachten, was in mir passiert, hier in meinem kleinen Wohnzimmer mit der lila Schräge, dem roten Sofa und den drei Bücherregalen. Und ich bin neugierig, wie sich mein Wohnzimmer am Ende des Projektes wohl präsentieren wird. :-)





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