The Purge, Woche 11

Okay, die Woche 11.


Die Woche 11 beginnt eigentlich schon am Ende der Woche 10 - nachdem ich Fernseher & co. bei ebay eingestellt habe. Denn einstellen ist ja nicht gleich loswerden und sehr viel tut sich in dieser Hinsicht auch nicht. Ich habe das Zeug also immer noch hier herumstehen. Sehe es jeden Tag. Und denke jedes Mal: Ich will diese Sachen hier nicht mehr haben. Sie sollen weg!


Ja, an der Stelle ist der Fluss der Energie ins Stocken gekommen. Ich komme nicht weiter.


Mit dieser Erkenntnis sehe ich plötzlich überall in meiner Wohnung die Häufchen. Die Häufchen mit den aussortierten Dingen, die ich noch nicht final losgeworden bin: Bücherhäufchen in Küche und Wohnzimmer, Heimtextilienhäufchen in Wohnzimmer und Schlafzimmer, eine Kiste gesammelter Dinge in der Küche ...


Überall Häufchen! Überall Zeug, das ich entrümpelt habe, das aber nach wie vor da ist. Nach wie vor in meiner Wohnung, in meinem Umfeld und damit in meinem Energiefeld ist. Zeug das nach wie vor blockiert und stört.


Kein Wunder, dass der Fluss ins Stocken geraten ist. Und mal wieder das altbekannte Problem: Ich bin mit dem Aussortieren einfach zu schnell - oder jedenfalls sehr viel schneller, als ich mit dem finalen Loswerden hinterher komme.


Okay. Hab's kapiert. Ich muss erst mal wieder Häufchen abbauen, bevor ich weiter aussortiere. Sonst ertrinke ich irgendwann noch in Häufchen - und bringe womöglich damit das ganze Projekt zum Stillstand. Wie letztes Jahr.


Also: Woche 11 ist die Woche der zu reduzierenden Häufchen.


Dienstag schleppe ich auf dem Weg zum Einkaufen den ersten Teil eines der Bücherhäufchen zum Bücherschrank. Uuuuh, Kochbücher und Bildbände sind so schwer, ächz. Vermutlich der Grund, warum ich sie bisher noch nicht zum Bücherschrank geschleppt habe. Egal, da muss ich jetzt durch, das Zeug muss weg!


(Und es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Erleichterung, mich nach Abladen im Bücherschrank umzudrehen und zu gehen. Hurra! Wieder eine Last weniger!)


Am Donnerstag schaue ich im örtlichen Elektroladen vorbei, auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, was ich mit aussortierten CDs machen soll. Das Internet sagt mir, dass es Rücknahmestellen gibt, denn die CDs sind aus teurem Kunststoff hergestellt, der so wiederverwertet werden kann. Besser, als wenn man sie in die Gelbe Tonne tut. Leider sagt mir das Internet nicht, wo es entsprechende Rückgabestellen gibt. Die Webseite des Müllentsorgungsunternehmens ist in dieser Hinsicht komplett nutzlos, CDs werden nirgendwo auch nur erwähnt. Also frage ich mal da, wo man sie herbekommt, nach.


Der Verkäufer, der meine suchenden Blicke bemerkt und mich anspricht, guckt mich ein wenig verblüfft an, als ich meine Frage stelle. "Die sind aus Kunststoff?", sagte er. "Die können in die Gelbe Tonne?"


Ja, mit dieser fragenden Intonierung. Offenbar findet er mich komisch.


Ich erwähne die Sache mit den Rücknahmestellen. Er guckt noch verblüffter. Hat er offensichtlich noch nie von gehört.


"Nein, also, wir tun die immer in die Gelbe Tonne."


Na gut. Wenn das so ist. Und selbst die örtlichen Experten - so bezeichnen sie sich jedenfalls, steht auf dem Firmenschild - CDs über die Gelbe Tonne recyceln ... Zu Hause angekommen kloppe ich den ganzen Stapel in selbige. Und weg damit.


Freitagmorgen stelle ich mit leisem Entsetzen fest, dass sich bereits wieder an mehreren Stellen in meiner Wohnung Papierhäufchen bilden: Zeitschriften, Zettelchen, Prospekte - wo kommt das ganze Zeug her???? WEG DAMIT!


Ich muss sagen, ich finde Papier entsorgen unglaublich befriedigend. Ab ins Altpapier - da fühle ich mich gleich besser.


Am Sonntag, zum kröhnenden Abschluss, werde ich endlich das Bild mit den Federn los. Das stand wochenlang aussortiert im Flur herum und wartete auf einen Interessenten via ebay - jetzt hat es ein gutes neues Zuhause gefunden. Ich bin es los, wieder ein bisschen weniger - und die Dame, die es abholte, hat sich sehr darüber gefreut.


So macht es doch Spaß. Auf in die nächste Woche!

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